Inhalt:
Definition
Gründe
Einsatzgebiete
Lagerung
 
 

 

 

 

 

 
OP Lage
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schulterarthroskopie

 

 
Definition:
Die "Arthroskopie" der Schulter stellt den "Blick durch´s Schlüsselloch" dar. Man bezeichnet sie zu Deutsch auch als "Spiegelung" oder mit einem anderen Begriff, im Fachjargon, als "Endoskopie". Alle Begriffe haben eines gemeinsam, sie bedeuten, daß man mittels eines Schnittes von ca. 0,5 bis 1cm und unter Verwendung einer Kamera ( die Bilder sieht man während der OP auf einem Fernsehbildschirm ) in das Schultergelenk blickt. Um in ein Schultergelenk hineinzusehen, starten Sie einfach das Video, oben rechts, auf dieser Seite. Sie können sich die Arthroskopie eines Schultergelenkes ansehen.
Es handelt sich bei der Schulterarthroskopie um einen operativen Eingriff, der in Voll- oder Leitungsnarkose ( Betäubung im Hals-/ Nackenbereich, sog. "Skalenusblock" ) durchgeführt wird. Regelmässig werden dabei mehrere Schnitte von ca. 0,5 bis 1 cm angelegt, um die Kamera an verschiedenen Stellen der Schulter zu plazieren ( zwecks Betrachtung unterschiedlichster Regionen des Gelenkes ) oder um Arbeitsinstrumente zu positionieren. Diese Instrumente dienen dazu, unter Kamerasichtkontrolle, Operationen endoskopisch - durch´s Schlüsselloch - an der Schulter durchzuführen. Das klingt elegant - ist bisweilen technisch hoch anspruchsvoll.
Gründe:
Warum soll man heutezutage überhaupt noch in die Schulter arthroskopisch hineinblicken, wenn es doch so moderne bildgebende Verfahren, wie die Kernspintomographie, die Computertomographie und auch Ultraschalluntersuchungen gibt ?
1. Diese Verfahren sind sehr gut, sie haben aber eine Grenze des Auflösungsvermögens. Das bedeutet: Viele Schäden sind nicht zu erkennen, und zwar die an Strukturen, welche - körperbaubedingt - sehr nahe beieinanderliegen oder welche recht klein sind.
2. Viele Schulterverletzungen und Schultererkrankungen bereiten unter dynamischen Bedingungen Schmerzen und Probleme, d.h. während der Bewegung. Zum Beispiel Kernspintomogramme und Computertomogramme werden in der Röhre und somit unter statischen Bedingungen angefertigt. Sie zeigen folglich dynamische Probleme nicht.
3. Man kann nach der Arthroskopie der Schulter und der damit verbundenen Bestandsaufnahme gleich viele der Schäden im Schultergelenk arthroskopisch beheben. Also schliesst sich nach der Diagnostik sofort die, arthroskopische, Therapie an.

 

Arthroskopie Rotatorenmanschette
Der " Blick durch´s Schlüsselloch" auf die Unterfläche der Muskelmanschette ( Rotatorenmanschette ). Normalzustand ( linkes Bild ), Teilriss an der Unterfläche ( mittleres Bild ), kompletter Riss ( rechtes Bild )

 

Einsatzgebiete:
Routinemässig werden heute endoskopische Erweiterungen des Tunnels unter dem Schulterdach ( die "endoskopisch subakromiale Dekompressionen" ) beim "Impingementsyndrom" der Schulter, mittels Arthroskopie, durchgeführt und ein Verschleiss am Schultereckgelenk abgetragen ( sog. arthroskopisch laterale Clavikularesektion )
Bei Schulterausrenkungen kann man das Schultergelenk - wenn es noch nicht all zu oft ausgerenkt war - endoskopisch mittels Nahtankern stabilisieren bzw. bei multidirektional instabilen Patienten die zu weite Kapseltasche der Schulter mittels Arthroskopie raffen.
Weitere Anwendungsgebiete sind die endoskopische Kalkdepotentfernung bei der Tendinosis calcarea oder die routinemässige endoskopische Rotatorenmanschettennaht bei Rissen an der Schulter.
Die Arthroskopie wird unterstützend in der Therapie von Schultersteifen eingesetzt oder auch aus rein diagnostischen Gründen, wenn trotz aller Abklärung ( inklusive Computertomographie oder Kernspintomographie und Abklärung der Nachbarregionen ) die Schulterschmerzen auch noch nach Monaten im Unklaren verbleiben. Nicht selten findet dabei die Arthroskopie den wahre Grund für die Probleme in der Schulter.
Lagerung & OP Dauer:
Eine solche Spiegelung kann in Rücken- oder Seitenlage durchgeführt werden. Die reine Sichtung der Gelenksituation dauert zwischen 3 und 8 Minuten, es schliessen sich meistens, während gleicher Sitzung, der häufig endoskopische oder, selten, offene Eingriff der Schulter an, Die Gesamt OP Dauer beträgt in solchen Fällen zwischen 20 Minuten bis 2 Stunden.

 

 

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