Die Schulter Cup Prothese
- der künstliche Oberflächenersatz -
Gleiche / Ähnliche Begriffe ( Synonyme ): Schulterkappenprothese, Cup, Oberflächenersatz, Kappe, Schultercupprothese, Schulter Cup Prothesen, Schulter Kappenprothese
Was ist es ( Definition ) ?
Die Schulterkappenprothese bezeichnet
man auch einfach als „Cup“ oder „Schulter Cup“.
Sie ist die kleinste Form von künstlichem Gelenkersatz. Der Knorpel-
/ Knochenabrieb auf der Kugel des Oberarmkopfes wird mittels einer Metallkappe
überkleidet. Dabei kann die Kappe mittels Knochenzement oder auch zementfrei
verankert werden.
Cupprothesen befinden sich seit Anfang der 80er Jahre vermehrt in Anwendung.
Ihr Haupteinsatzgebiet sind rheumatische Zerstörungen des Schultergelenkes
( Rheumaschulter ) und der Schulterverschleiss ( sog. Omarthrose ) wie auch die Humeruskopfnekrose.
Vorteile und Nachteile der Schulter Cup Prothese:
Die Vorteile der Cupprothese
liegen darin, dass man Knochen spart, indem man – im Gegensatz zum
kompletten künstlichen Schultergelenk – die Oberfläche des Oberarmkopfes vorfräst und nicht grössere Teile des Oberarmkopfes entfernen muss. Ausserdem braucht man den Oberarmschaft nicht
eröffnen, weil kein Prothesenstiel eingebracht werden muss. Falls sich die Cupprothese nach Jahren lockert und das
künstliche Schultergelenk ausgetauscht werden muss, kann man dann auf
ein komplett künstliches Schultergelenk zurückgreifen und das
erst als Wechselimplantat, also zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt,
einbauen.
Ausserdem kann man sie über kleinere Operationszugänge, d.h. u.U.
minimalinvasiv einbauen.
Von Nachteil ist der Umstand, dass Kappenprothesen eine genügende Auflagefläche brauchen. In anderen Worten: Der Oberarmkopf darf nicht zu zerstört sein. Als "Mono-Implantate" sind sie nicht geeignet. Je nach Situation während der Operation, kann es notwendig werden - in Einzelfällen - vom Konzept der Cup Prothese abzuweichen und ein geeigneteres anderes Schulterprothesen Implantat einzubauen.
Künstliche Schulterpfannen ?
Cupprothesen werden sowohl mit als ohne künstliche Schulterpfanne – je nach Ausgangssituation – eingebaut. Konstruktions- und OP Zugangsbedingt implantiert man die überwiegende Zahl der Cupprothesen ohne Pfannenersatz.
Warum operiert man ( Operationsindikation ):
Man kann von den Kappenprothesen
erwarten, dass man schmerzfrei wird und die Bewegung – wie bei allen
künstlichen Schultergelenken – dem vor der OP bestehenden Bewegungsausmass
entspricht oder auch besser wird. Das bedeutet, dass diese künstlichen Gelenke in erster
Linie eingebaut werden, weil Schmerzen für den Patienten das Hauptproblem
darstellen.
Die Haltbarkeit der Cupprothesen entspricht in etwa denen normaler künstlicher
Schultergelenke.
Die Erkrankungen bei denen man eine Schultercupprothese einbaut sind: Der Verschleiss an der Schulter ( Omarthrose ), Zerstörungen des Schulterhauptgelenkes durch Rheuma oder die Humeruskopfnekrose und bei grossen Defekten der Rotatorenmanschette die mit Verschleiss einhergehen.
Operationsrisiken der Schulter Cupprothese:
Es gelten die allgemeinen Risiken jeder Operation, wie: Thrombose, Embolie, Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung, Gefäss-/ Nervenschäden. Die Prothese könnte theoretisch ausrenken. Brüche des Oberarmschaftes - wie bei der konventionellen Schulterprothese - kommen nicht vor, weil der Oberarmschaft beim Einbau der Cupprothese nicht eröffnet werden muss. Im Allgemeinen ist Komplikationsrate beim Einbau von Schulter Cup Prothesen gering. Vorkehrungen, wie die Verwendung von Thrombosespritzen, steriles Operieren, die vorbeugende Gabe von Antibiotika gehören zur Tagesroutine.
Operatives Vorgehen:
Die Schulter wird über einen oberen oder vorderen Zugang eröffnet. Nach Einkerbung / Ablösung der Muskeln / Sehnen in der Tiefe wird der Oberarmkopfknochen dargestellt. Ein zentraler Draht wird plaziert. Die passende Prothesengrösse des Cups wird ausgemessen. Der zentrale Kanal und die Oberfläche des Oberarmkopfes werden vorgefräst. Es wird ein Probeimplantat aufgebracht und die Schulter eingerenkt sowie deren Laufverhalten und Stabilität getestet. Ggf. wendet man sich anschliessend der Pfanne zu und implantiert , je nach individueller Situation, die künstliche Schulterpfanne. In weiterer Folge werden die Probeimplantate entfernt und die Originalimplantate eingebracht, wobei diese entweder zementiert oder zementfrei eingebracht werden. Anschliessend wird der Oberarmkopf mit der Cupprothese wieder in die Schulterpfanne eingerenkt und das Laufverhalten und Stabilität der Schulter - mit Ihrem neuen Gelenkersatz - werden nochmal überprüft. Danach wird die Schulter - Schritt für Schritt - verschlossen und ein Verband sowie Schulterschiene angelegt.
Das Video des Einbaus einer solchen Schulterprothese können Sie sich unterhalb ansehen. Klicken Sie bitte dazu dort auf den Abspielknopf.
Röntgenbild nach dem Einbau der Cup Prothese
Nachbehandlung ( Rehabilitation ):
In den ersten Tagen werden Schmerzmittel verabreicht, die Schulter wird gekühlt und die Wunde mittels Verbandwechseln kontrolliert. Während des etwa 5 bis 7 Tage dauernden stationären Krankenhausaufenthaltes wird krankengymnastisch geübt und eine Patientenschulung im Umgang mit der Schiene vorgenommen. Eigenübungen für die zeit nach der Entlassung, zuhause, werden gezeigt. Etwa nach 10 bis 12 Tagen werden die Fäden der Hautnaht entfernt. Eine Schulterschiene wird circa 6 Wochen getragen. In den ersten 6 Wochen wird aus der Schulterschiene heraus passiv geübt, und zwar zuhause - vor Ort - mit Ihrem Physiotherapeuten. Nach Abnahme der Schiene in der sechsten Woche, beginnt die aktive Übungsbehandlung. Die Nachbehandlung dauert etwa 8 bis 12 Wochen. Das Erreichen der Arbeitsfähigkeit hängt u.a. davon ab, welcher Beruf ausgeübt wird, wie man zur Arbeitsstätte gelangt und welcher Arm operiert wurde. Im Allgemeinen gilt: Je eher es sich um eine Büro- / kaufmännische Tätitgkeit handelt desto eher kann begonnen werden. Bei schwerer körperlicher Arbeit ( z.B. Tiefbau, etc. ) kann es bis zum Erreichen der Arbeitsfähgkeit etwa 3 Monate dauern. Aufsichtsführende und leichte Bürotätigkeiten können bereits nach 7 bis 10 Tagen begonnen werden. Die zu erwartende Arbeitsunfähigkeitszeit ist im Einzelfall sehr unterschiedlich und individuell abzuschätzen.
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