Inhalt:
Definition
Konstruktion
Wann ?
Vor-/Nachteile
Komplikationen
Reha

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Röntgenbild nach dem Einbau einer inversen Schulterprothese
 
 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Die inverse Schulterprothese

 

inverse Schulterprothese, Grammont Prothese, Delta Prothese

 

 
Hier erfahren Sie:
Was ist eine inverse Schulterprothese ?
Wie sieht eine inverse Schulterprothese aus ?
Wann baut man eine inverse Schulterprothese ein ?
Welche Vor- und Nachteile haben inverse Schulterprothesen ?
Gibt es Komplikationen beim Einbau inverser Schulterprothesen ?
Wie behandelt man eine inverse Schulterprothese nach ?

 

Was ist eine inverse Schulterprothese ?
Andere Namen für die Grammontprothese sind: inverse Schulterprothese oder Deltaprothese. Alle drei Namen bezeichnen ein und dieselbe Schulterprothese. Andere Begriffe sind: reverse Prothese, Schulterspezialprothese.

 

Wie sieht eine inverse Schulterprothese aus ?
Diese künstlichen Schultergelenke werden als „invers“ bezeichnet, weil sie im Vergleich zu einem normalen künstlichen Schultergelenk – umgekehrt konstruiert sind. Das bedeutet: bei normalen Schulterprothesen sitzt die Kugel des künstlichen Gelenkes auf dem künstlichen Oberarmschaft und die künstliche Schulterpfanne wird dort eingebaut, wo die knöcherne Schulterpfanne liegt, welche abgerieben ist. Die inverse Prothese ist genau umgekehrt konstruiert. Bei ihr sitzt die Kugel auf der Schulterpfanne und die künstliche Schulterpfanne auf dem Oberarmschaft.
Der Grund warum diese Prothesen derart konstruiert werden, liegt darin, dass man aus biomechanischer Sicht das Drehzentrum der Schulter nach unten und innen verlagert. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass man nur auf einen Muskel zur Funktion der Prothese angewiesen ist, und zwar auf den Deltamuskel. Bei der normalen Schulterprothese braucht man die Muskeln der Rotatorenmanschette, damit das künstliche Schultergelenk ordentlich funktioniert. Bei der Deltaprothese nicht.

 

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Video ( 7:27 Min ): Der Einbau einer inversen Schulterprothese

 

Wann baut man eine inverse Schulterprothese ein ?
Man kann mit der Deltaprothesen Situationen versorgen bei denen ein Verschleiss im Schultergelenk vorliegt und gleichzeitig die Schultermuskulatur ( sog. Rotatorenmanschette ) in grösserem Umfang gerissen ist - folglich Situationen in denen eine normale Schulterprothese versagt.

 

Deltaprothese: der Schaft wird vorbereitet.
 

Bis vor einigen Jahren waren solche Situationen zwar auch mit künstlichen Gelenken zu versorgen, aber die Schmerzbefreiungs- und Bewegungsergebnisse der Grammontprothese sind besser.
Deshalb ist die inverse Schulterprothese das Implantat der Wahl bei Schulterverschleiss in Verbindung mit einem grösseren – nicht rekonstruierbaren – Rotatorenmanschettenriss.
Sie wird auch nach Unfällen mit Oberarmkopftrümmerbrüchen und bei veralteten – jahrelang bestehenden Ausrenkungen der Schulter – eingebaut

 

Die sog. "Glenosphäre" wird implantiert, d.h. die Kugel wird auf die Pfanne aufgebracht.
 
Gibt es Komplikationen beim Einbau inverser Schulterprothesen ?
Inverse Schulterprothesen haben eine u.U. hohe Komplikationsrate, deshalb gehören sie in die Hand eines geübten und erfahrenen Operateurs.
Wie bei jeder Operation können die allgemeinen Komplikationen auftreten ( z.B. Thrombose, Embolie, Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung, Nervenschaden ).
Eine inverse Schulterprothese kann sich - wie jedes künstliche Gelenk nach einem Jahrzehnt oder etwas mehr lockern.
Sie kann auskugeln und u.U. könnte eine frühzeitige Lockerung am unteren Pfannenpol auftreten.
Bei älteren Patienten mit einer Fallneigung kann die inverse Schulterprothese nach Stürzen u.U. ausbrechen.
Manchmal kann sich insbesondere die untere Schraube der Pfannenverankerung frühzeitig lockern ( sog. inferiores notching ).

 

Welche Vor- und Nachteile haben inverse Schulterprothesen ?
Man kann mit inversen Schulterprothesen sehr gut extreme Erkrankungssituationen an der Schulter beherrschen, welche bis vor einiger Zeit als unbefriedigend oder technisch nahezu nicht vernünftig lösbar galten, z.B. die Kombination eines Verschleisses der Schulter ( sog. Omarthrose ) in Verbindung mit einem grösseren Defekt in der Rotatorenmanschette ( sog. Defektarthropathie ). Schmerzen werden in solchen Situationen gut mit inversen Schulterprothesen beseitigt. Derzeit kann man das Vorwärtsführen des Armes gut wiederherstellen, jedoch verbleibt eine Schwäche - meist unverändert wie vor einer Operation - für die Rotation. Wobei das mit einem zusätzlichen Muskeltransfer ggf. verbessert werden kann.
Auch ausgeprägte Trümmerbrüche des Oberarmkopfes lassen sich mit einem Soforteinbau einer inversen Schulterprothese ( keine anfängliche Verplattung / Verschraubung / Nagelung ) gut beherrschen.
Nachteilig ist der Umstand, dass eine inverse Schulterprothese ein relativ grosses Implantat ist, welche bei Lockerung nach ein bis 2 Jahrzehnten u. U. aufwändige Rückzugseingriffe notwendig machen kann.

 

Wie behandelt man eine inverse Schulterprothese nach ?

Im Wesentlichen hängt das von der Ausgangsituation ab. Je früher, d.h. zeitgerechter / zur richtigen Zeit, ein Patient kommt und umso besser die Beweglichkeit zu Beginn der Operation ist desto besser kann man beim Einbau der inversen Schulterprothese die Muskeln und Sehnen schonen. Dann kann u.U. nach 1 bis 2 Wochen der operierte Arm aus der Schlinge genommen werden.
Wartet man " bis es nicht mehr geht " ist meistens eine Ruhigstellung für 5 bis 6 Wochen in einer Armschlinge / -schiene notwendig.

 

Gleiche / Ähnliche Begriffe für eine inverse Schulterprothese:
Deltaprothese, Grammont Prothese, reverse Prothese,

 

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Unsere weiteren Themen rund um die Schulter:

Schultererkrankungen ( deutsch ): http://www.schulterinfo.de , http://www.schulter.info , http://www.kalkdepot.de

Schultererkrankungen ( englisch ): http://www.shoulderinformation.com

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